top of page

Gedanken ordnen statt Vorsätze fassen

  • alpotpp
  • 30. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. Dez. 2025

Der Kalender ist voll von fiktiven Neuanfängen und wir nutzen sie gerne. Manchmal als kleine Hoffnung, manchmal als gezielte Ausflucht, etwa wenn ein "jetzt" zu absolut und verbindlich wirkt.


  • Gleich am Montag!

  • Nach dem Urlaub!

  • Ab nächstem Quartal!

  • Nach meinem Geburtstag!


Und natürlich, weil es demnächst so ist:


  • Im neuen Jahr!


Diese Daten fühlen sich gut an. Klar, sauber. Wie ein frisches Blatt. Und trotzdem passiert danach oft erstaunlich wenig.


Nicht aus mangelndem Willen, der wäre wahrscheinlich schon da. Allein schon ob der akuten Erkenntnis, die oft zu dem Vorsatz führt. Eher weil genau dieser Umstand zum Negativfaktor wird. Vorsätze entstehen gerne dort, wo eigentlich keine Luft ist und Dringlichkeit vorherrscht.


Das Ergebnis ist dann ein Satz wie:

"Ab ...Platzhalter für einen beliebigen Aufschub aus obiger Liste... mache ich es anders." 

Was genau anders aussieht, bleibt oft unspezifisch offen. Dafür ist gerade kein Platz.


Ein Raum voller Möglichkeiten

Gedanken brauchen Raum, um sich zu sortieren. Nicht viel, aber einen echten.


Raum heißt nicht Rückzug auf eine Berghütte. Es heißt, dass Gedanken nicht sofort bewertet, verworfen oder in To-do-Listen gepresst werden. Dass sie liegen dürfen. Sich verbinden. Widersprechen. Noch einmal auftauchen, nur leicht verändert.


In solchen Momenten entstehen keine großen Beschlüsse. Eher leise Klarheit.


Man merkt plötzlich, was eigentlich stört. Oder was schon lange nicht mehr passt, auch wenn es nach außen gut aussieht. Man erkennt, warum man immer wieder an derselben Stelle hängen bleibt, obwohl der Vorsatz jedes Jahr ein anderer ist.


Das ist unbequem. Und genau deshalb wirksam.

Ein willkürliches Datum erzeugt Druck. Ein gedanklicher Raum erzeugt Richtung.


Der Unterschied zeigt sich nicht sofort. Aber er zeigt sich im Handeln.

Menschen, die sich Zeit nehmen, ihre Gedanken zu sortieren, treffen weniger spektakuläre Entscheidungen. Dafür passendere. Sie müssen sich seltener motivieren, weil das, was sie tun, aus einem inneren Zusammenhang und nicht "nur" aus einem Kalender kommt und durch ein Datum getrieben wird.


Vielleicht ist das der eigentliche Startpunkt. Nicht ein neues Jahr, sondern ein Moment, in dem nichts entschieden werden muss. Nur in Ruhe bedacht. Ein bisschen ehrlicher als sonst. Und dann, irgendwann, fast nebenbei, entsteht Bewegung.


Alles eine Frage der richtigen Frage

Bei mir öffnen sich diese Räume oft durch Erfahrungen. Gerne aber auch ganz bewusst. Durch Fragen etwa.


Fragen haben etwas subtiles. Sie drängen nicht, sie laden ein.

Eine gute Frage kann in einem Satz mehrere Ebenen öffnen und diese wirken - in Ruhe gestellt - oft länger, als man vorher denkt.


Wenn du dir Raum für sortierte Gedanken nehmen willst, dann vielleicht nicht mit einem Vorsatz und einem x-beliebigen Datum, so gut es auch klingen mag. Versuch doch gerne eine der folgenden Fragen. Nimm dir eine. Mehr braucht es nicht.


  • Was steht gerade still und tut dir deshalb vielleicht sogar gut?


  • Was raubt dir Aufmerksamkeit, ohne Wirkung zu erzeugen?


  • Wo bleibt Wirkung aus, obwohl der Wille da ist?


  • Was würdest du starten, wenn Zeit gerade keine Rolle spielt?


  • Was hältst du aufrecht, obwohl es dir Raum nimmt?


Wenn eine dieser Fragen bei dir hängen geblieben ist und du sie nicht allein bewegen möchtest, findest du hier einen Raum für ein Gespräch.



 
 
 

Kommentare


bottom of page